Was in Konflikten (fast) immer mitspielt:
Ob im Büro, im Familienalltag oder in der Politik – in Konflikten taucht oft ein unsichtbarer Mitspieler auf: Das “Drama-Dreieck”, ein Kommunikationsmuster, das der Transaktionsanalytiker Stephen Karpman Ende der 1960er Jahre beschrieben hat. Es ist eines von vielen Modellen zum Thema Konflikt – und das Modell, welches uns einen besonderen Einblick in die zwischenmenschlichen Muster und Dynamiken eingibt, die in Konflikten auftauchen.
Das Spannende: Die drei Rollen im Drama-Dreieck sind dynamisch – Beteiligte können blitzschnell innerhalb eines Gespräches oder im Verlaufe eines Konfliktes die Rolle wechseln.
Die drei Rollen im Drama-Dreieck:

Hallo Hallo….
…..
…
Beispiele, wie so ein Drama Dreieck ablaufen kann, kennen wir sehr gut aus diversen Filmen: Es gibt meistens einen Held/in (Retter/in), der eine andere Person – das Opfer – vor einem Bösewicht (Verfolger/in) rettet. Diese Inszenierung ist kein reiner Zufall. Es sind psychologische Mechanismen, die schon seit Jahrhunderten im menschlichen Zusammenleben wirken und die bis heute tief verankert sind. Und auch in Kriminalromanen ist oft bis zum Ende nicht klar – wer ist der Täter? Und wer ist das Opfer?
Und so ist es auch in der Realität nicht ganz einfach, zu unterscheiden, wer nun welche Rolle innehat.
So kann beispielsweise ein Mitarbeiter, der sich selbst schlecht von seiner Führungskraft schlecht behandelt gefühlt hat (“Opfer”), schnell auch zum “Täter” werden, wenn er sich rächt, indem er Aufgaben nicht mehr erledigt oder oft zu spät kommt. Typischerweise, wird die Gegenpartei nun auch wieder reagieren. Und so geht das Spiel weiter.
Wieso kann es hilfreich sein, das Drama Dreieck in Konfliktsituationen im Hinterkopf zu behalten?
In vielen Konflikten wechseln die Beteiligten zwischen diesen Rollen – manchmal innerhalb weniger Minuten. Solange das unbewusst passiert, dreht sich alles weiter im Kreis. Die Dynamik verstärkt sich selbst und durch die Verstrickung der jeweiligen Rollen, hat jede Bewegung des Einen einen direkten Einfluss auf den Anderen.
(Es geht hier also nicht um Schuldzuweisungen, sondern viel mehr um Bewusstwerdung einer Dynamik, die meist alle Beteiligten in einem “Ping-Pong” zurücklässt.)
Erst wenn die Beteiligten die eigene Rolle erkennen, können sie bewusst in eine lösungsorientierte Haltung wechseln – und aus dem Drama aussteigen:
Das Bewusstwerden ermöglicht es uns, die Frage zu stellen:
….
Vom Drama-Dreieck zum Gewinner-Dreieck:
Der US-Coach David Emerald hat das Drama-Dreieck später zu einem „Gewinner-Dreieck“ weiterentwickelt.
Hier werden die destruktiven Rollen in konstruktive Rollen transformiert:
Fazit
Gerade in modernen Arbeits- und Beziehungsformen ist Eigenverantwortung entscheidend.
Das Drama-Dreieck kann ein erster Schritt zur Bewusstwerdung von Dynamiken sein – sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext. Wer seine Rolle erkennt und sie konstruktiv wandelt – oder die Situation verlässt – kann aus dem Drama aussteigen und echte Zusammenarbeit in allen Lebenslagen ermöglichen.
Auch wenn wir in der konkreten Zusammenarbeit systemisch und individuell auf die Situation schauen, könnte dieses Modell Euch & Ihnen einen ersten Einblick in Lösungsoptionen ermöglichen.
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